So berechnen wir den Erwartungswert (EV)
1. Was der erwartete Wert ist, und was nicht
Der Erwartungswert ist ein statistischer Durchschnitt über viele Öffnungen. Er ist keine Vorhersage für ein einzelnes Display oder einen einzelnen Booster. Eine ausführliche Einführung ohne Formeln bietet unser Ratgeber Wann lohnt sich ein Pokémon-Display?
2. Unsere Datenquellen
Cardmarket Price Guide (aggregierte Marktpreise, öffentlich abrufbar), Set- und Seltenheitsdaten (TCGdex) sowie Pull-Raten aus den veröffentlichten Studien von TCGplayer (mit Stichprobengröße). Jede Angabe ist datiert und auf der jeweiligen Analyse-Seite verlinkt.
3. Stand der Daten und Aktualisierung
Wir archivieren die Preisgrundlage täglich. Auf jeder Auswertung steht der zugrunde liegende Preisstand als „Stand“ mit Datum; die Werte werden jeden Tag neu berechnet.
4. So berechnen wir den EV
Wir summieren über die Karten den Beitrag „Kartenwert × Ziehwahrscheinlichkeit“, bewerten pro Karte und lassen Energie- und Code-Karten konservativ einfließen. Die auffälligen Erwartungswerte runden wir bewusst auf ganze Euro: Eine centgenaue Zahl würde eine Präzision vortäuschen, die die Unsicherheit der Eingangsdaten nicht hergibt.
5. Unsere Annahmen, offengelegt
Deutsche Karten entsprechen näherungsweise den englischen (die Pull-Raten werden am englischen Produkt gemessen); wir verwenden Preise über alle Sprachen, weil der Price Guide keine sprachspezifischen Angaben enthält; innerhalb einer Seltenheit nehmen wir eine gleichmäßige Ziehwahrscheinlichkeit an. Der Marktpreis eines versiegelten Displays wird bewusst gerundet angegeben (ca.-Wert).
6. Unsicherheit und Wertspanne
Wir zeigen den EV als Spanne (Von-Bis). Sie kombiniert zwei Unsicherheitsquellen: das Konfidenzintervall (95 %) der Pull-Raten aus der jeweiligen Stichprobe und eine pauschal angesetzte Preisstreuung von ±10 % auf die Kartenpreise. Die ±10 % sind eine Annahme, keine Messung; wir arbeiten daran, sie aus unserem täglichen Preisarchiv empirisch zu ersetzen.
7. Unsere Verdikt-Schwellen
Das Verdikt vergleicht den EV mit dem Preis, den man heute tatsächlich bezahlt: dem Marktpreis eines versiegelten Displays, oder dem UVP, wenn kein belastbarer Marktpreis vorliegt. Warum beide Preise oft weit auseinanderliegen, erklärt unser Ratgeber Pokémon-Display über UVP.
- Lohnt sich: Der durchschnittliche EV erreicht oder übersteigt diesen Preis.
- Kommt darauf an: Nur die obere Schätzung der Spanne erreicht ihn, der Durchschnitt nicht.
- Lohnt sich nicht: Auch die obere Schätzung bleibt darunter.
Wirkt ein automatisch ermittelter Marktpreis unplausibel (zum Beispiel deutlich unter dem UVP), verwerfen wir ihn und rechnen gegen den UVP, statt eine falsche Zahl zu veröffentlichen.
8. Grenzen der Methode
Ein einzelner Kauf streut stark. Der EV ist keine Gewinngarantie und verändert sich mit dem Markt.
9. Wer dahintersteht
Hinter TCGWert steht ein Team, das den Sammelkartenmarkt seit Jahren verfolgt. Verantwortlich für das Angebot ist die im Impressum genannte Stelle. Auf jeder Auswertung ist der zugrunde liegende Preisstand („Stand“) mit Datum ausgewiesen.
10. Häufige Fragen
Warum weicht mein Zug vom EV ab? Weil der EV ein Durchschnitt über sehr viele Öffnungen ist. Ein einzelnes Display kann deutlich darüber oder darunter liegen; genau diese Streuung macht das Öffnen zum Glücksspiel. Wie groß sie ausfällt und welche Denkfehler sie provoziert, zeigt unser Ratgeber Schlechte Pulls beim Display.
Warum ändert sich der Wert zwischen zwei Besuchen? Die Preisgrundlage wird täglich aktualisiert. Steigen oder fallen die Kartenpreise eines Sets, bewegt sich der EV mit.
Warum zeigen wir keine Einzelkartenpreise? Wir veröffentlichen bewusst nur abgeleitete Gesamtwerte. Aktuelle Preise einzelner Karten gehören zu den Marktplätzen selbst; dort sind sie tagesaktuell besser aufgehoben.
11. Unabhängigkeit und Rechtliches
Wir finanzieren uns über Affiliate-Links; diese haben keinen Einfluss auf die berechneten Werte. Siehe Affiliate-Hinweis und Markenhinweis.